2010 bis 2019: Ein Drittel meines Lebens

Ein Jahrzehnt ist vorbei und damit ein Drittel meines Lebens. Zeit für einen Rückblick auf die letzten 10 Jahre.

Heute ist es soweit, ein weiteres Jahrzehnt endet. Oder auch erst nächstes Jahr, ganz, wie man es nimmt. Aber für mich beginnt ab morgen ein neues Jahrzehnt.

Grund genug, dieses Jahr keinen “normalen” Jahresrückblick zu veröffentlichen, sondern etwas weiter auszuholen. Die letzten 10 Jahre im Schnelldurchlauf. Es ist verdammt viel passiert. Immerhin war es ziemlich genau ein Drittel meines Lebens.

2010

Am Anfang des Jahrzehnts machte ich mein Abitur und zog fürs Studium nach Braunschweig. In eine ganz wunderbare 1-Zimmer-Wohnung. Direkt am Hauptcampus, unterm Dach einer alten Stadvilla. 25qm für unter 300€ warm.

Das Badezimmer war das absolute Highlight: Es bestand komplett aus Plastik. Zwei Halbschalen, die zusammengesetzt wurden und so einen Raum bildeten. Waschbecken, Toilette, Dusche und sogar ein Regal. Alles aus einem Guss, mit nur einer Naht in der Mitte des Raumes. Bad putzen hieß damals alle Handtücher entfernen und mit der Duschbrause den Raum ausspülen. Der Schlauch reichte auch bis in die Toilette, wenn man es gewollt hätte.

2011

In besagter Wohnung wohnte ich dann aber “leider” nur ein Jahr. 2011 zog ich mit meinem jetzigen Mann zusammen. Damals waren wir allerdings bereits um die 4 Jahre zusammen, übereilt war die Entscheidung demnach ganz und gar nicht.

Ansonsten stehen im Kalender viele Uni-Termine und das Fitnessstudio ab Ende des Jahres. Mein damaliger Ausgleich zum ungesunden Studenten-Party-Leben.

2012 – Blick aus meinem Bürofenster

2012

2012 scheint völlig ereignislos gewesen zu sein. Zumindest gibt der Kalender von damals nichts spannendes her: Studium, Freunde und Besuche in der Heimat.

Beim Durchblick der Bilder fiel mir dann aber doch der Besuch des Spirit Festivals wieder ein.

Im November begann ich mein halbjährliches Praktikum in der Personalabteilung eines großen Unternehmens in der Gegend (Nein, nicht VW. Es gibt da noch mehr.). Dieses Semester Pause vom Unialltag tat mir damals richtig gut, daran erinnere ich mich noch. Danach war die Motivation vom Anfang wieder da. Es war also die richtige Entscheidung freiwillig 6 Monate anstatt 6 Wochen Pflichtpraktikum zu absolvieren.

2013 – Disney World

2013

Mein erster Besuch auf der Leipziger Buchmesse fand 2013 statt. Außerdem besuchte ich, wieder im Unileben, einen Niederländischkurs. Es ist leider wenig hängengeblieben, aber die Sprache gefällt mir immer noch. Wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja irgendwann mal wieder damit anzufangen.

Die langfristigsten Auswirkungen auf mein Leben hatte sicherlich der Start in das Leben als Bloggerin im April 2013. Wozu das geführt hat, seht ihr hier jetzt.

Mein Kirchenaustritt erfolgte anscheinend im September. Eine Entscheidung, die ich bisher nicht bereut habe. Und wohl auch nicht mehr bereuen werde.

Im Oktober dann verließ ich zum ersten Mal den Kontinent: Ein Urlaub in Florida inklusive Besuch von Disney World. Ein Traum wurde war. Leider musste ich die Beiträge zum Urlaub vor einigen Jahren alle wieder löschen, da bei einem Blogspotupdate alle Bilder verloren gingen und die Formatierung komplett verschoben wurde…

2014

Das Jahr begann mit den Arbeiten an meiner Bachelor-Thesis, parallel zu den normalen Kursen des Semesters.

Ein weiterer Besuch auf der Buchmesse in Leipzig und ein Kurzurlaub in London unterbrachen den Alltagstrott.

Dann folgte ein veganer Monat, da mein Freund arbeitsbedingt wieder in die Heimat zog und ich so auf seine Essenswünsche keine Rücksicht nehmen musste. Statt ihm zog eine Mitbewohnerin ein, die anfangs zwar wirklich nett war, aber doch auch sehr anstrengend.

Ich bin froh, dass mein Studium bald darauf abgeschlossen war und ich dann auch wieder in den Norden zog. Nur leider ohne konkreten Plan, wie genau es weitergehen sollte…

Wie genau es dazu kam, weiß ich gar nicht mehr, allerdings fing ich dann doch relativ zügig eine Weiterbildung als Ernährungsberaterin an.

2015 – Leipzig

2015

Nachdem ich diese Weiterbildung mit “sehr gut” abschloss, machte ich mich selbstständig. In einer Praxisgemeinschaft in einem Gesundheitszentrum. Am 31.1. feierten wir Eröffnung und am gleichen Tag zogen mein Freund und ich um: In das Reihenhaus, in dem wir jetzt noch wohnen.

Es folgte der jährliche Besuch der Leipziger Buchmesse und der Beginn eines neuen Hobbys: Gerätetauchen. Zeitgleich fand mein Freund zu einem alten Hobby zurück, dem Segeln. Und nachdem er sich ein Boot kaufte, lernte auch ich, dass es völlig normal (und sogar gewollt) ist, wenn es etwas (mehr) Schräglage gibt. Aber glaubt mir, irritierend ist es schon, wenn eine Seitenwand nahezu komplett im Wasser verschwindet.

Den Sommer verbrachte ich daher gefühlt überwiegend am, im oder auf’m Wasser. Es gibt schlimmeres.

Im August startete ich eine weitere Fortbildung: Heilpraktikerin für Psychotherapie. Mein Mittwoch war daraufhin vollgepropft: Von 8 bis 10:30 Unterricht und dann ab in die Praxis, wo ich Abends zwei Abnehmgruppen leitete. Das hieß ich war erst ca. 19 Uhr zuhause und ich erinnere mich, dass ich dann auch wirklich fertig war. Gruppen leiten ist deutlich anstrengender als Einzelgespräche.

Zwischen Weihnachten und Neujahr beschlossen wir, dass wir im nächsten Jahr eigentlich auch heiraten könnten. Auf was für Ideen man halt so kommt, wenn man entspannt auf dem Sofa rumsitzt.

2016 – Hochzeit

2016

Am 4.1., dem ersten Öffnungstag im neuen Jahr, standen wir also im Standesamt und meldeten unsere Hochzeit an. Ende April sollte es soweit sein.

Aber im März ging es erstmal wieder zur Buchmesse. Das gehörte mittlerweile einfach zum Jahr dazu. Und ganz ehrlich: Ich war glücklich über jeden Termin, der mich von der Warterei auf die Hochzeit ablenkte. Als ich nämlich im Februar mein Kleid gefunden hatte, war alles fertig organisiert und geplant und von uns aus hätte es los gehen können. Mal abgesehen vom Tanzkurs, den beendeten wir tatsächlich erst kurz vorm Hochzeitstermin.

Im Endeffekt ist eine Hochzeit auch nur eine Party und die lässt sich ohne große Probleme in einem oder zwei Monaten organisieren. Warum manche dafür ein ganzes Jahr oder länger brauchen wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Aber ist ja auch egal, jeder so, wie er es möchte. Für uns war es ein wunderschöner Tag.

Gefolgt von spontan gebuchten Flitterwochen auf Gran Canaria.

Im September wagte ich dann den Sprung zurück ins Studentenleben. Die Selbstständigkeit ruhte bis auf weiteres und ich begann ein Master-Studium namens “Angewandte Kommunikationswissenschaften“. Eine ganz schöne Umstellung, aber jede Minute Fahrt nach Kiel wert.

Die Führung durch die Stadtbibliothek Lübeck überraschte mich im November äußerst positiv.

Außerdem gab es den ersten Jahresrückblick hier auf dem Blog.

2017 – Segeln

2017

Mit Urlaub in Dänemark in das Jahr starten ist schon mal ein guter Anfang. Und ein weiterer Urlaub im Juni in den Niederlanden war auch sehr schön. Den Rest des Jahres passierte nichts weiter aufregendes, das hier Erwähnung finden musste. Wen aber doch ein paar Details interessieren: Der Jahresrückblick bietet sie.

2018 – Schwangerschaft

2018

Auch dieses Jahr startete mit einem Urlaub in Dänemark. Für andere vielleicht langweilig, für uns Erholung.

Der April zeigte dann, dass diese Erholung gut und nötig war. Ein Leben endete (meine Oma) und ein neues Leben entstand (ich war schwanger).

Es folgte ein Kurzurlaub auf Rügen und ein etwas längerer Urlaub auf Amrum.

“Nebenbei” schrieb ich an meiner Master-Thesis und bestand mein Studium im Oktober. Im November endete dann bereits die Schwangerschaft mit der Geburt des kleinen Wirbelwindes.

Auch 2018 gab es einen Jahresrückblick.

2019 – Zauberwesen

2019

Wenn ich mir den Kalender ansehe, war 2019 langweilig. Abgesehen von einem Urlaub im Juni (schon wieder in Dänemark), war absolut nichts los.

Aber das wird dem Jahr nicht gerecht. Es war unglaublich viel los. Wir haben einen völlig neuen Menschen bei uns, der unser Leben komplett im Griff hat. 24 Stunden am Tag. Jeden Tag. Dieser (noch) kleine Mensch ist ganz furchtbar wunderbar, bezaubernd und raubt uns den letzten Nerv. Ganz so, wie es sein soll.

Durch ihn, oder wegen ihm, habe ich sehr viele neue Menschen getroffen. Es sind alte Bekannschaften wieder erneuert worden und ganz neue entstanden, die ich schon fast als Freundschaften betiteln würde. Auch, wenn wir uns noch nicht lange kennen.

Nahezu jeder Tag bringt mich dazu meine Komfortzone verlassen zu müssen. Dinge zu tun, die ich niemals freiwillig tun würde, wäre da nicht dieses kleine Wesen. Und ich tue sie gerne, das ist das Verrückte.

Ein Jahrzehnt ist vorbei und damit ein Drittel meines Lebens. Zeit für einen Rückblick auf die letzten 10 Jahre.

Wie ihr seht, war viel los in den letzten 10 Jahren bei mir. Mein Leben hat sich komplett gewandelt. Abitur, Studium, Selbstständigkeit, Studium und jetzt Mutterschaft. Dazwischen eine Hochzeit und gar nicht so wenige Weiterbildungen. Untätig war ich nicht.

Und während das Kind ein Stockwerk tiefer hoffentlich ruhig weiterschläft, draußen geknallt wird und mein Mann ganz zufrieden damit ist diesen Silvester Abend gemeinsam allein vorm Rechner zu verbringen, bin ich glücklich. Glücklich darüber, was aus meinem Leben geworden ist. Was ich aus meinem Leben gemacht habe.

Denn es war nicht immer einfach, ich bin zwar im Gegensatz zu anderen sehr privilegiert, aber ich hatte einige Hürden zu nehmen. Vor 10 Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, dass mein Leben so sein wird, wie es jetzt ist. Aber ich mag mein Leben und bin glücklich damit.


Hast du bereits auf das Jahrzehnt zurückgeblickt? Oder willst es noch tun? Dann teile den Link doch in den Kommentaren mit mir.

Frohes neues Jahr(zehnt)!

4 Kommentare
  • Liebe “Lexa”, ich lese seit einigen Monaten gespannt Deinen Blog,nach wie vor gefällt mir Dein Schreibstil sehr,aber das konntest Du früher schon gut.
    Am Gymnasium waren wir ziemlich gut befreundet,gerne denke ich an diese schöne Zeit zurück. Ich freue mich wie sich Dein Leben entwickelt hat,dass Du Deine große Liebe von damals geheiratet hast und ihr nun ein wundervolles Kind habt.
    Ich sende Dir/Euch herzliche Grüße,alles Liebe für 2020!

    • Moin xy,
      eine Freundschaft grenzt den möglichen Personenkreis zwar ein, aber wissen tue ich leider trotzdem nicht, wer du bist.
      Wenn du Lust hast aus der Anonymität zu treten, freut es mich, wenn ich eine Mail von dir erhalte 😉 Oder du sonstwie Kontakt aufnimmst.

      Wenn nicht, dann einfach Danke für die netten Worte.
      LG

  • Huhu Lexa,

    ich habe eben mal anhand deiner Beschreibungen versucht herauszufinden, seit wann wir uns kennen. Ich glaube, es müsste so 2015 gewesen sein. So weit ich mich erinnere, hattest du da noch deine Praxis 🙂

    In den letzten zehn Jahren hat sich bei mir auch so einiges getan. Von der Arbeitslosigkeit in einen neuen Job (den ich immer noch habe), die eigene Wohnung mit Jo und 2015 dann die Hochzeit. Das sind zumindest die positiven Sachen.

    Leider gab es auch einiges, das das Leben erschwert hat – und es immer noch tut. Vermutlich fällt es mir deshalb auch schwer, mich an in den letzten Jahren das Gute zu sehen. Seit 2017 herrscht hier eigentlich durchgehend Stress, Verzweiflung und Tränen. Aber davon hast du ja auch eine Menge mitbekommen.

    Mal sehen, was 2020 und das neue Jahrzehnt so bringen. Sehr optimistisch gestimmt bin ich nicht, aber vielleicht werde ich ja überrascht…

    Liebe Grüße
    Sas

    • Moin Sas,
      ja, irgendwann Anfang 2015 müssten wir uns in den weiten des Internets gefunden haben. Und das freut mich immer noch sehr 🙂

      Deine letzten Jahre waren wirklich nicht leicht, aber ich finde: Du meisterst das super! Und es wird bestimmt auch wieder besser. Ich glaube nunmal ans Karma. Du hast es verdient, dass es wieder leichter wird und daher wird es auch wieder leichter. Der Weg dahin ist momentan echt unlustig, aber wenn der überstanden ist, dann wird es gut. Happy End.
      Sag ich so, mein ich so, glaub ich dran.
      LG Lexa