Ab wann hat ein Kleinkind zu viele Fahrzeuge?

Vom Kinderwagen, über Laufrad und Scooter bis hin zum Fahrrad - ein Kleinkind sammelt schnell einen beachtlichen Fuhrpark an. Aber jedes Fahrzeug macht Spaß.

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Vom Kinderwagen, über Laufrad und Scooter bis hin zum Fahrrad - ein Kleinkind sammelt schnell einen beachtlichen Fuhrpark an. Aber jedes Fahrzeug macht Spaß.

“Der Deutschen liebstes Kind – das Auto”, jeder kennt diesen Spruch wahrscheinlich. Zumindest so oder so ähnlich. Und seit dem ich selbst ein Kind habe, weiß ich auch, warum in ihm immer noch ein gar nicht so kleines Fünkchen Wahrheit steckt: Kinder werden dazu erzogen alles zu lieben und zu begehren, was Räder hat.

Und da es Kinder sind, finden sie alles schnelle und waghalsige und gefährliche viel interessanter als langsame, geruhsame und ungefährliche Gefährte mit Rädern. Das erste eigene Auto ist da nur ein Fahrzeug in einer langen Reihe von Reifen, die in so einem Leben bewegt werden.

Den Anfang macht der Kinderwagen. Kaum ein Baby in diesem Land, das nicht in einem durch die Gegend geschoben wird. Reine Tragetuchkinder sind eine Minderheit und die dazugehörigen Eltern dürfen so einige schräge Seitenblicke ertragen, wenn sie es wagen darauf zu bestehen keinen Kinderwagen nutzen zu wollen. Dabei sind Tragetücher sehr praktisch und regelrecht billig zu haben, wenn man sie mit den durchschnittlichen Preisen für Kinderwagen vergleicht.

Denn: Kinderwagen ist nicht gleich Kinderwagen. Es gibt die günstigen, die praktischen und dann noch die Statussymbole. Eine Welt und Wissenschaft für sich. Wichtig ist bei potentiellen neuen Bekanntschaften darauf zu achten, dass man sich nicht mit einem Kinderwagen “unter Wert” anfreundet. Die richtige Sozialisierung zum Auto liebenden Menschen findet nur statt, wenn man nebenbei noch ein starres Klassensystem etabliert und aufrecht erhält.

Ein Kleinkind in einer blauen Jacke und mit roten Gummistiefeln auf einem Rutscheauto aus Holz.

Weiter geht es dann mit den ersten “eigenen” Fahrzeugen. Am Anfang steht bei vielen der Lauflernwagen und kleinere Holzautos zum Schieben und Spielen. Die Situation ist noch übersichtlich und die Eltern guter Dinge. Meist um den ersten Geburtstag rum beginnt der Fuhrpark eines Kleinkindes dann aber zu wachsen. Und ab diesem Zeitpunkt hört es nicht mehr auf.

Die Räder im Haushalt werden immer mehr. Und mehr. Und mehr. Bis zum zweiten Geburtstag denken die Eltern ernsthaft drüber nach eine Garage zu bauen. Nur für die bewegbaren Spielzeuge des Nachwuchses.

Bei Einzelkindern wohlgemerkt. Bei mehreren Kindern in verschiedenen Alters- und damit Entwicklungsstufen ist der Fuhrpark nicht mehr überschaubar und führt ein wildes Eigenleben. Man munkelt von nächtlichen Partys in Vororten und städtischen Wohngebieten. Dreiräder und Tretroller sollen dabei beobachtet worden seien, wie sie Rutscheautos aus der Straße trieben.

Die Fahrräder standen dabei cool an der Ecke und guckten sich das Schauspiel maximal gelangweilt an. Wer echtes Können erfordert, hat keine Zeit für solchen Spielkram.


Okay, ich gebe zu, meine Fantasie ist vielleicht etwas mit mir durchgegangen.

Aber jetzt mal ernsthaft. Es ist faszinierend und erschreckend, wie viele verschiedene Spielzeuge mit Rädern es für Kleinkinder gibt. Und wie schnell sie sich ansammeln. Und wie sehr sie irgendwie doch alle ihre Berechtigung haben und dem Kind Freude bereiten.

Ein Kleinkind in einer blauen Jacke und mit roten Gummistiefeln auf einem Rutscheauto aus Holz.

Unser Fuhrpark ist da nur exemplarisch, aber zumindest in unserem Umfeld ziemlicher Durchschnitt:

Am Anfang war der Kinderwagen, der uns erst mit Babywanne und jetzt als Buggy sehr gute Dienste leistet. Mit etwa einem halben Jahr zogen die ersten Holzautos zum Spielen hier und bei den Großeltern ein. Teilweise noch Altbestand meines Mannes. Hinzu kam eine Spielzeugkiste auf Rädern, bei der extra dabeistand, dass man keine Kinder reinsetzen soll… aber sie ist stabil, sie rollt und das Kind wird noch heute sehr gerne in ihr mit Schwung durch den Flur geschoben.

Zum ersten Geburtstag gab es dann das erste eigene Auto: ein Rutscheauto. Und nein, es ist kein Bobby Car. Man mag es fast gar nicht glauben, aber es gibt da tatsächlich mehr Auswahl als nur diesen einen Hersteller. Und das erste “Schiebetier” gab es an dem Tag auch: Ein Einhorn. Später zog dann noch eine Ente bei uns ein. Das Kind hat schließlich zwei Hände, dann kann es auch zwei Tiere gleichzeitig schieben.

Diesen Sommer bekamen wir von den Nachbarn einen gebrauchten Lauflernwagen geschenkt. Laufen konnte das Kind da zwar schon, aber das Teil eignet sich auch ganz wunderbar als Transportwagen für Spielzeug oder auch mal für das Kind, wenn man Eltern oder Großeltern überzeugt bekommt sich so weit runter zu bücken. Der Wendekreis auf den Hinterrädern ist so schön klein.

Etwas später bekamen wir von einer anderen Nachbarin den alten Puppenwagen ihrer Tochter über den Zaun gereicht. Ein Nostalgie-Puppenwagen, aber in echt alt. Gleichzeitig erweiterten wir den Transportsektor um einen Klappbuggy für unterwegs. Und die Großeltern machten bei Kleinanzeigen zwei Schnäppchen, die dann zu einem individuellen Laufrad vereint wurden.

Man sollte meinen, das es jetzt reicht, aber der Geburtstag und nicht so viel später Weihnachten stehen schon vor der Tür und wir sind ernsthaft am Überlegen, ob wir den Fuhrpark um einen Scooter für Kinder erweitern wollen. Und eine erste unbedarfte Suche nach möglichen Tretrollern für die Wunschliste zeigte mir, das wir nicht zu früh dran sind mit dieser Überlegung: Es gibt viel Auswahl. Mit oder ohne Luftreifen, mit zwei oder drei Rädern, mit oder ohne LED-Beleuchtung… Bei Laufrädern ist die Auswahl anscheinend auch so groß wie bei Rollern, aber das wurde glücklicherweise für uns ausgesucht.

Ein Kleinkind in einer blauen Jacke und mit roten Gummistiefeln auf einem Rutscheauto aus Holz.

Die 28 Räder des Kleinkindes (vor dem zweitem Geburtstag! / Spielzeugautos nicht mitgezählt) sollen also noch um zwei oder drei Räder erweitert werden. Wenn ich das so schreibe, zweifle ich an unserer geistigen Verfassung. Und jedes Mal, wenn ich versuche den Fuhrpark halbwegs ordentlich und platzsparend wegzuräumen, auch. Aber es ist doch so:

Das Kind liebt alles, was Räder hat!

Jedes der oben aufgezählten Fahrzeuge hat tatsächlich seine Berechtigung, keins ist “über”. Natürlich werden sie nicht alle gleichzeitig genutzt, aber innerhalb einer Woche auf jeden Fall. Sie machen glücklich, sie machen Spaß und immerhin brauchen sie keine Batterien und geben auch keine Töne von sich. Ach ja, Bewegung bekommen wir durch sie auch alle. Schließlich schickt man ein Kleinkind noch nicht alleine mit seinem Rutschauto, Puppenwagen, Laufrad oder Scooter um den Block. Mindestens ein Erwachsener ist immer dabei. Und so ein Kind auf Rädern kann schnell sein. Flink und wendig sind sie auf ihren Fahrzeugen.

Vielleicht sollte ich mir zu Weihnachten auch einen Tretroller wünschen? Dann düsen wir im nächsten Jahr gemeinsam durch die Straßen. Für das Rutschauto werden die Beine langsam eh zu lang…

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