Ingrid Bauer: Es geht auch ohne Windeln!

Es geht auch ohne Windeln? Komplett windelfrei? Ingrid ist der Meinung, das ist kein Problem und beschreibt in diesem Buch, wie es geht.
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Untertitel: Der sanfte Weg zur natürlichen Babypflege

Autorin: Ingrid Bauer

erschienen: März 2014

230 Seiten

Preis: 20€*

Kösel Verlag

Buchrücken

Kinder kommen ohne Windeln auf die Welt. Warum also werden sie dann dort hineingepackt, obwohl es nicht notwendig ist? »Es geht auch ohne Windeln« – verspricht Ingrid Bauer und macht überzeugend klar, wie dies tatsächlich klappt 
und welche Vorteile Eltern und Kind dadurch genießen: 
• Mehr Bewegungsfreiheit 
• Entwicklung eines intakten Körperbewusstseins 
• Keine Allergien mehr 
• Regelmäßige Verdauung 
• Enorme Geldersparnis 
• Das oft quälende Sauberkeitstraining entfällt 
• Der liebevolle und intuitive Kontakt zum Baby wird intensiviert. 

Auch wenn es manchmal nur mit Windel geht: Eltern, die ihr Kind weitgehend selbstbestimmt aufwachsen lassen, erleben, das es von Anfang an seine Ausscheidungsbedürfnisse steuern kann (!), und lernen, seine Signale zu verstehen. Ein undogmatisches, erstaunliches Buch mit frappierenden Erkenntnissen und überaus praktischen Anregungen, wie Windelfreiheit im Alltag problemlos praktiziert werden kann.

Meine Meinung

Bei dieser Rezension muss ich ganz klar trennen: Zwischen dem Buch selbst und dem Thema, von dem es handelt.

Denn grundsätzlich fand und finde ich das Windelfrei-Konzept sehr interessant. Ansonsten hätte ich dieses Buch ja wohl auch nicht lesen wollen. Nun gibt es viele Bücher zu dem Thema und ich entschied mich für dieses, da mich erstens der Untertitel sehr ansprach und im Buchrücken das Wort „undogmatisch“ vorkam. Undogmatisch mag ich.

Tja, da war irgendein Werbetexter ganz schlau. Denn als undogmatisch würde ich dieses Buch nun wirklich nicht bezeichnen.

Es gibt zwei Teile: Teil 1 ist dabei der „theoretische Hintergrund“ und die Autorin beschreibt ihren eigenen Weg zu einem Leben mit Baby und ohne Windeln. Wie sie Windelfrei für sich entdeckte und welche Vorteile das mit sich bringt. In Teil 2 geht es dann an die Praxis. Verschiedene Abhaltepositionen werden mit Bildern vorgestellt und auch ansonsten gibt es Tipps, wie man im Alltag ohne Windeln zurecht kommen kann.

Dieser zweite Teil gefiel mir wirklich gut. Im Grunde ist es nämlich tatsächlich ganz einfach. Zumindest, wenn man „Teilzeit-Windelfrei“ praktizieren möchte. Wer zu 100% auf Windeln verzichten möchte, der muss da dann doch viel Arbeit und Zeit reinstecken. Aber mit Hilfe dieses Buches kann es sicherlich gelingen, wenn man sich ausgiebig damit beschäftigt.

Was mich zu Teil 1 bringt, denn der ist leider kein bisschen neutral geschrieben. Es wird sich nicht mal um ein Fünkchen Neutralität und reine Fakten bemüht. Stattdessen nutzt Ingrid Bauer jede Gelegenheit uns ihre eigene Meinung mitzuteilen und es so darzustellen, als könnte es auch keine andere geben (so etwas liebe ich ja… NICHT).

Zusammengefasst sagt uns dieser erste Teil folgendes: Die Mutter, und zwar allein die Mutter, ist die wichtigste Bezugsperson des Kindes. Jemand anderes wird es schwer haben, eigentlich ist es unmöglich, diese enge Bindung zum Kind aufzubauen, die man für Windelfrei braucht. Diese Mutter stillt natürlich, denn alles andere ist undenkbar. Und sie trägt ihr Baby im Tragetuch. Immer. Jederzeit. Am besten nackt unter dem Tuch, denn nur ganz viel Hautkontakt ist natürlich und gut (Das soll sie mal meinem Baby erzählen, das würde sie auslachen. Ohne schützende Kleidungsschicht zwischen uns, triefen wir beide vor Schweiß.) Folglich ist das Familienbett auch die einzig wahre Wahl des Schlafplatzes. Auch hier sind alle selbstverständlich nackt und das Baby liegt auf mehreren Decken und wird gut zugedeckt, damit es es kuschelig hat. (Also ganz entgegen den momentan vorherrschenden Sicherheitsempfehlungen bezüglich der Schlafposition.)

Diesen ersten Teil kann man sich deswegen meiner Meinung nach schenken. Am besten überblättern, dann steigt der Blutdruck auch nicht. Wer allerdings auf eine Mischung aus Pseudowissenschaft, der Verherrlichung der Mutterschaft und vielen rosaroten eigenen Erinnerungen steht, der darf die ersten 100 Seiten auf keinen Fall verpassen.


Es geht auch ohne Windeln? Komplett windelfrei? Ingrid ist der Meinung, das ist kein Problem und beschreibt in diesem Buch, wie es geht.

Alles in allem kann ich dieses Buch mit einem großem ABER bezüglich des ersten Teils trotzdem empfehlen. Der Praxisteil hat zumindest mir geholfen mir vorzustellen, wie genau das mit dem Babyleben ohne Windeln aussehen kann. Wir werden es testen. Nicht komplett, aber zumindest Teilzeit-Windelfrei wird bei uns das Ziel. Ob das was wird, wird sich zeigen. Aber die Anleitung, wie es klappen kann, die zumindest habe ich durch dieses Buch bekommen.

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