Janisch & Würbs: Und dann kam der Fuchs

"Und dann kam der Fuchs" von Heinz Janisch und Kai Würbs ist ein bildgewaltiges Bilderbuch über Vorurteile.

[Rezensionsexemplar]

Autor: Heinz Janisch

Illustration: Kai Würbs

Maltechnik: Öl auf Papier

erschienen: August 2021

32 Seiten / 23×30 cm / gebunden

ISBN 978 3 7152 0796 4

ab 4 Jahren

Preis: 16€*

atlantis Verlag

Buchrücken

Ein Fuchs nähert sich dem Bauernhof. Unbeirrt schleicht er von der Scheune zum Stall. Überall spüren die Tiere seine Gegenwart und werden unruhig. Sie gackern und schnattern, sie miauen und muhen. Aber der Fuchs geht weiter, hinüber zum Haus. Der Bauer öffnet ihm die Tür und heißt ihn willkommen. Was Bauer und Fuchs verbindet, wird nicht gesagt. Umso selbstverständlicher und glücklicher strahlt ihre besondere Freundschaft. Und wir merken, was der Bauer meint, wenn er sagt, dass »Fuchs nicht gleich Fuchs ist«.

Meine Meinung

Und die Moral von der Geschicht’? – Kommt mit dem Holzhammer.

Aber ich fange vorne an. Ich sah dieses Buch in der Verlagsvorschau und war sofort fasziniert von der Gestaltung. Die Technik “Öl auf Papier” sieht man ja nicht besonders häufig als Illustration in Kinderbüchern, passt hier aber ganz wunderbar zur Geschichte. Füchse sind sowieso tolle Tiere. Beides zusammen sorgte dafür, dass ich das Buch gerne haben wollte, auch, wenn das Kind “offiziell” noch nicht alt genug ist.

Aber die Altersempfehlung erwies sich in diesem Fall glücklicherweise tatsächlich nur als Empfehlung und die Geschichte kann auch schon (fast) dreijährige Kinder überzeugen.

Mich überzeugt sie auch, wäre da nicht ein (leider nicht ganz unwichtiges) Detail: Die Botschaft/Moral der Geschichte wird leider mit dem Holzhammer vermittelt. So direkt, dass man die Beule sofort spürt.

Das ist so gar nicht meins. Gäbe es die eine Seite nicht, auf der der Bauer dem Fuchs erklärt, dass alle anderen noch nicht so weit sind ihn als guten Fuchs zu erkennen und noch an ihren Vorurteilen festhalten, wäre das Buch für mich viel besser.

Unterschwellig vermitteln, dass die Tiere sich irren. Zeigen, das der Fuchs gut ist, nicht gefährlich. Die Basis für eigene Gespräche über Vorurteile liefern. Das würde ich mir wünschen.

Aber das ist meine persönliche Sichtweise. Andere sehen das anders, das habe ich schon erfahren. Anscheinend ist die direkte und unmissverständliche Botschaft sehr willkommen, denn sie lässt keinen Spielraum für Fehldeutungen.

Aber auch nicht für Nuancen, erwidere ich da.

Und abgesehen von diesem einen Punkt, mag ich dieses Bilderbuch sehr. Die Illustrationen von Kai Würbs transportieren und unterstützen die durch den Text angedeuteten Gefühle perfekt. Man spürt die Angst der Tiere vor dem Fuchs. Und auch das Wohlbehagen des Fuchses, als er sich kraulen lässt.

"Und dann kam der Fuchs" von Heinz Janisch und Kai Würbs ist ein bildgewaltiges Bilderbuch über Vorurteile.
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