Jeffrey Archer: Kains Erbe

Kains Erbe von Jeffrey Archer ist miserabel als Fortsetzung der Reihe "Kain und Abel". Aber gut lesbar als einzelner Krimi.

Letzte Überarbeitung am 4. September 2018

[Rezensionsexemplar]
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Autor: Jeffrey Archer

Band 3 von 3 der Kain-Reihe | Rezension Band 1 und Band 2

erschienen: Mai 2018

366 Seiten

Preis: 9,99€*

Verlag: Heyne

Hierbei handelt es sich um die von Autor überarbeitete Fassung. Das Original erschien erstmals 1977.

Buchrücken

Florentyna Kane, die Tochter des legendären Hotelmagnaten Abel Rosnovski, hat es in einer beispiellosen Karriere bis zum Weißen Haus geschafft. Sie ist die erste amerikanische Präsidentin und fest entschlossen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Doch das Schicksal hält schwere Prüfungen bereit. Durch puren Zufall erfährt das FBI von einem perfiden Mordanschlag auf Florentyna Kane. Fünf Personen wissen alle Details – eine Stunde später sind vier von ihnen tot. Nur der Agent Mark Andrews bleibt übrig. Er hat sieben Tage Zeit, das Attentat zu verhindern. Andrews kann sich niemandem anvertrauen … und die Frau, die er liebt, ist die Tochter des hauptverdächtigen Senators.

Vorwort des Autors

Als ich diesen Roman vor langer Zeit schrieb, verlegte ich die Handlung sechs oder sieben Jahre in die Zukunft. Später wurde mir klar. dass ich meine Geschichte umschreiben musste.

In dem Roman ›Abels Tochter‹, den ich in der Zwischenzeit als Fortsetzung zu ›Kain und Abel‹ geschrieben hatte, wird die Hauptfigur Florentyna Kane der erste weibliche Präsident der Vereinigten Staaten. Es erschien mir daher nur logisch, die Neufassung ›Kains Erbe‹ um meine erfundene Präsidentin Florentyna Kane kreisen zu lassen und eine Verbindung zu ›Kain und Abel‹ und ›Abels Tochter‹ zu schaffen – und meine Familiensaga damit abzuschließen.

Die wesentlichen Handlungselemente der ersten Fassung habe ich in dieser überarbeiteten Version beibehalten, jedoch einige Änderungen – bedeutende wie auch geringfügige – durchgeführt.

Meine Meinung

Nachdem mir Band 1 und Band 2 rund um Kain und Abel ausgesprochen gut gefielen, freute ich mich ganz besonders, dass ich den dritten Band als Rezensionsexemplar erhalten konnte. Zwar hätte ich ihn mir auch so gekauft (wie bei Band 2 geschehen), aber da ich so oder so eine Rezension dazu schreiben wollte, freute ich mich über das gesparte Geld.

Die erste Enttäuschung gab es, als das Buch ankam: Unter 400 Seiten. Ein schmales Büchlein, das neben seinen Vorgängern gleich noch kleiner wirkte… Aber gut, ich dachte, der Inhalt würde mich schon überzeugen.

Leider, tat er es nicht.

Das Vorwort des Autors machte mich stutzig. Klang es doch so, als sei dieses Buch eigentlich gar nicht als dritter Teil der Familiensaga gedacht. Nur jetzt im Nachhinein passend umgeschrieben. Und anscheinend ist es wirklich so. Denn mal abgesehen davon, dass der Name Florentyna Kain ab und zu vorkommt, gibt es keine Verbindung zu den beiden vorherigen Bänden. Dieses Buch als Teil 3 der Reihe zu verkaufen (und damit gewisse Erwartungen zu wecken) ist ziemlich dreist und macht mich, auch jetzt im Nachhinein, wirklich wütend.

Leider konnte ich den Inhalt deswegen nicht so richtig würdigen. Ich glaube, dass es mir als Buch, als Einzelband gut gefallen hätte. Die Geschichte an sich ist spannend, die Charaktere überzeugend und der Schreibstil so gut wie in seinen anderen Büchern. Nur: Ich erwartete mehr Familiensaga. Ein Ende des Epos. Keinen Kriminalroman.

Keine völlig neuen Charaktere, die nichts mit den ersten Büchern zu tun haben. Keine FBI-Geschichte. Das mag alles für sich ja gut sein, aber als Ende der Geschichte von Kain, Abel und Florentyna einfach nur unpassend. Unpassend!

Als Teil der Familiensaga kann ich dieses Buch daher absolut nicht empfehlen. Hört nach Band 2 auf, das macht glücklicher. Wenn die Lektüre der ersten zwei Bücher schon etwas zurückliegt, man sich von der Handlung befreit hat und mit der Erwartung an dieses Buch geht einen eigenständigen Kriminalroman zu lesen, dann kann „Kains Erbe“ sicherlich überzeugen. Aber nur dann.


Rezensionen von anderen:

  • bisher konnte ich keine finden, kennst du welche?
Kains Erbe von Jeffrey Archer ist miserabel als Fortsetzung der Reihe "Kain und Abel". Aber gut lesbar als einzelner Krimi.

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2 Kommentare
  • Deine Rezension gefällt mir sehr gut, besonders dein Fazit, dass du das Buch als Fortsetzung nicht empfiehlst, dagegen als Einzelband schön zu lesen ist, gefällt mir sehr gut. Es ist nicht dieses einfache „Schwarz – Weiß Denken“ in dem ein Buch entweder gut oder schlecht ist.
    Mit freundlichen Grüßen
    Joel

    • Moin Joel,
      danke für deine netten Worte.

      Ich glaube sowieso nicht dran, dass ein Buch gut oder schlecht ist. Jedes Buch ist für irgendwen passend. Der persönliche Lesegeschmack entscheidet darüber. Manche sind vielleicht handwerklich besser als andere, aber auch die müssen nicht allen gefallen.
      LG Lexa