Scarlett Curtis (Hg.): The Future Is Female

"The Future is Female" ist eine großartige Sammlung von Texten zum Thema Feminismus. Eine Rezension ist auf Grund der Vielfalt schwer, aber nicht unmöglich.

Letzte Überarbeitung am 16. November 2018

[Rezensionsexemplar]
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Herausgeberin: Scarlett Curtis

Untertitel: Was Frauen über Feminismus denken

erschienen: Oktober 2018

408 Seiten

Preis: 12€*

Goldmann Verlag

Buchrücken

Die Welt, in der Frauen heute leben, ist trotz #MeToo und immer größer werdenden öffentlichen Protesten gegen die Geschlechterungleichheit noch immer massiv vom Gender Pay Gap, der Sehnsucht nach dem perfekten Bikinibody und Mansplaining definiert.

»The future is female! Was Frauen über Feminismus denken« ist das Buch für Mädchen und Frauen, die sich mit diesem ungenießbaren Cocktail nicht länger zufriedengeben wollen, eine einzigartige und vielstimmige Textsammlung.

Frauen von der Hollywood-Ikone bis zur Teenie-Aktivistin erzählen darin ihre ganz persönliche Geschichte; alle Geschichten zusammengenommen entwickeln eine Kraft, die die alte Welt aus den Angeln heben kann und dem F-Wort einen ganz neuen Glanz verleiht. Der Feminismus von heute definiert sich über das Dafür und Miteinander und nicht ewig gestrig über das Dagegen, er ist eine unwiderstehliche Notwendigkeit – und jede Einzelne von uns gehört dazu! 

Meine Meinung

Eigentlich ist es unmöglich, dieses Buch als Ganzes zu rezensieren. Eigentlich verdient jeder einzelne Text in diesem Buch über Feminismus seine eigene Rezension.

Das ist zwar nicht unmöglich, aber doch etwas übertrieben zeitaufwendig, wenn ich im Endeffekt nur sagen möchte, dass ihr dieses Buch lesen solltet.

Deswegen hier jetzt meine Begründung, warum dieses Buch in jedes Bücherregal gehört. Oder besser noch: Auf jeden Couchtisch! Wo es vom Besuch gesehen, in die Hand genommen und am Besten auch gleich ausgeliehen und gelesen wird.

Vielfalt

In 7 Unterkapiteln kommen 58 Frauen (bzw. dem Namen nach weiblich gelesene Menschen) zu Wort. Mal auf einer Seite, mal auf 5 oder mehr. Mal mit ganz persönlichen Meinungen und Anekdoten, mal mit wissenschaftlich fundierten Essays.

Sie alle haben etwas zu sagen: Warum der Feminismus wichtig ist! Warum es DEN Feminismus so nicht gibt. Warum jeder Mensch FeministIn sein sollte.

Ich finde Frauen einfach großartig. Ich finde es großartig, selbst eine Frau zu sein und will euch darin unterstützen, dass ihr das auch so seht.

Das gilt übrigens auch, wenn du ein Junge bist.

Welcome!

S. 68, Alison Sudol

Nicht jeder dieser Texte löste bei mir Begeisterung aus. Das wäre auch ziemlich unrealistisch. Aber die Gesamtheit der Texte lässt mich dieses Buch lieben. Die Vielfalt, in der sich Feminismus äußern kann, wird deutlich und klar. 

Und einzelne Texte sorgen dann für Gänsehautmomente. Für Aha!-Erlebnisse. Für dieses undefinierbare Gefühl von Glück, weil man etwas schriftlich und gedruckt sieht, was einer eigenen innersten Überzeugung entspricht.

Andere Texte sind schwer verdaulich. Sie drücken aufs Herz und nach ihnen ist eine kurze Pause nötig, bevor man weiterlesen kann.

Wir Frauen und Mädchen müssen uns zusammentun, wir müssen unsere Träume wahrmachen und leuchten, bis unser Licht nicht mehr ignoriert werden kann.

S. 292, Maryam und Nivaal Rehman

Vom Aufbau her, viele kurze Texte, eignet es sich wunderbar zum drin Rumblättern. Zum immer mal wieder reinschauen, wieder weglegen und dann weiterlesen.

Das war mir nicht möglich. Ich musste einen Text nach dem anderen lesen. Ein Sog entwickelte sich. Ich wollte noch mehr: mehr Meinungen, mehr Erlebnisse und mehr Ideen, wie es weitergeht.

Auch, oder gerade, wer der Meinung ist, dass es Feminismus heutzutage nicht mehr braucht, sollte dieses Buch lesen. Es ist nicht belehrend, es erhebt nicht den Zeigefinger. Stattdessen wird durch die Vielfalt der hier versammelten Stimmen deutlich, was Feminismus heute ausmacht: Intersektionalität.

Es ist wichtig, die eigenen Privilegien immer mal wieder zu hinterfragen. Sich ihrer bewusst zu sein. Das heißt nicht, dass man nur für die Menschen mit den wenigsten Privilegien kämpfen darf, aber es heißt, dass man sich zwar gerne gegen Sexismus in der Werbung einsetzen soll, dabei aber nicht vergisst, dass das schon fast ein „Luxusproblem“ ist, wenn es immer noch SchülerInnen gibt, die während der Menstruation nicht zur Schule können, da sie sich die Monatshygieneprodukte nicht leisten können.

Daher:

Kauft dieses Buch! Lest dieses Buch! Lasst es offen in der Wohnung liegen, verleiht es an Freunde, Bekannte und die Familie und redet drüber! Tauscht euch aus. Bilder euch eure eigene Meinung und verbreitet in der Welt: Wir brauchen Feminismus!

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