Sebastian Fitzek: Der Augenjäger

"Der Augenjäger" von Sebastian Fitzek ist zwar spannend, aber nicht grandios. Ein guter, kein sehr guter Thriller.

Gastbeitrag

Hey, ich bin Christiane, 30 Jahre alt, lebe in Hamburg und blogge normalerweise auf „The Goldies Nest“ – aber heute gibt es mich hier bei Lexa. Als kleine „Urlaubsvertretung“ – sozusagen.


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Autor: Sebastian Fitzek

erschienen: November 2012

Band 2 – erster Band: Der Augensammler*

Preis: 9,99€*

433 Seiten

Knaur Verlag

Buchrücken

Er zählt zu den besten Augenchirurgen der Welt. Ein Meister im Operationssaal. Nachts aber widmet er sich besonderen Patientinnen: er verschleppt sie in seinen Klinikkeller und öffnet ihnen die Augen – im wahrsten Sinne des Wortes …

Christianes Meinung

Ich kann mich noch an meinen ersten Fitzek erinnern: Bis um 05:00 Uhr morgens las ich. Nein, die Seiten wurden von mir regelrecht inhaliert. So spannend und fesselnd hatte Sebastian Fitzek „Die Therapie“ konzipiert und geschrieben. Damit baute er aber auch eine hohe Erwartungshaltung an seine weiteren Werke auf. „Der Augenjäger“ kann diese Erwartungen nicht ganz erfüllen.

Die Geschichte um den Augenjäger wird aus zwei Perspektiven erzählt: Einmal aus der von Alexander Zorbach – diese wird in der „Ich“-Form geschrieben. Er war mal Polizeipsychologe, hatte Frau und Sohn und beide wurden ihm vom Augensammler* (Band 1) genommen. Sein Suizidversuch scheiterte und so fristet er sein Dasein in der Psychiatrie. Ehe man ihn sagt, der Augensammler sei zurück und kooperiere mit dem Augenjäger. Er erwacht vollkommen aus seinem Dornröschenschlaf, als Alina verschwindet. Alina ist der weibliche Hauptcharakter und ihre Kapitel werden aus der Sicht eines Drittens geschrieben. Ich störe mich an ihr. Sie ist ja ach so toll.

Fitzek beschreibt sie als optisches Chamäleon: mal lässig im Schlabberlook, mal adrett gekleidet in Rock und Blazer dazu irgendwelche High Heels einer bekannten Marke – aber immer richtig gekleidet. Nicht zu vergessen, die wechselnden Echthaar-Perücken von Alina. Sie ist sich ihrer bewusst, sie ist selbstständig, sie ist tough. Sie ist eine Mary-Sue!
Nein, nicht ganz. Um sie nicht zur vollkommenen Person zu machen, gab ihr Fitzek einen Schicksalschlag mit: mit 3 Jahren erblindete Alina.

Durch seine detaillierte Beschreibung der Äußerlichkeiten Alinas macht Sebastian Fitzek etwas, was viele Autoren machen und was ich nicht abkann: er reduziert den Charakter auf sein Äußerliches. Viele Autoren machen dies bei ihren weiblichen Charakteren. Und es nervt, weil eigentlich hat deren Aussehen für die Geschichten meist keinen Stellenwert – so auch bei „Der Augenjäger“. Alina ist nicht McGyver und bastelt aus ihrer Perücke und HighHeels eine halbautomatische Schusswaffe, um sich aus den Fängen des Augenjägers zu befreien oder nutzt ihren Schlabber-XXL-Pulli als Segelschirm, um von einem Hochhaus zu springen (btw: Ein Sprung vom Hochhaus kommt im Buch nicht vor).Sondern all das was Alina macht und sagt ist auch nackt möglich – und nackt ist sie, als sie sich befreit.

Aber vielleicht, wahrscheinlich, ist das so, weil sie eine Frau ist?!?

Kleiner Rant am Rande und nun zurück zum Buch: Wegen der Umsetzung des Erzählstrangs von Alina ist das Buch für mich nur halb so gut, wie es sein könnte. Nach der Hälfte des Buches kam es mir aber so vor, als würde weniger aus ihrer Sicht geschrieben werden, weswegen ich dann deutlich schneller durch das Buch und in die Geschichte rein kam.

Zum Schluss: Fitzek überrascht wie immer. Das letzte Drittel bietet Irrungen und Wendungen, die ich schon bei „Die Therapie“ so mochte. Ich meinte, ihn durchschaut zu haben, aber dann kam es doch ganz anders als erwartet.  Die letzten Seiten ließen sich wieder inhalieren.

"Der Augenjäger" von Sebastian Fitzek ist zwar spannend, aber nicht grandios. Ein guter, kein sehr guter Thriller.

Es ist ein gutes Buch. Kein sehr gutes Buch.

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