Stefanie Schröder: Gabriele Münter

Eine Romanbiografie über Gabriele Münter von Stefanie Schröder, die sich sehr auf die Künstlerin fokussiert und den Menschen dahinter so leider nur unzureichend darstellt.
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Autorin: Stefanie Schröder

erschienen: Juli 2018

249 Seiten

Preis: 22€*

Verlag: Herder

Buchrücken

Er ist ihr Lehrer, sie seine Schülerin: Wassily Kandinsky und Gabriele Münter. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kreuzen sich ihre Wege. Kandinsky ist fasziniert von der jungen Frau und ihrer Kreativität. Sie wird seine Geliebte, seine Gefährtin, seine Muse und sie ist an seiner Seite, als er zusammen mit Franz Marc die Künstlervereinigung »Der Blaue Reiter« gründet. Gemeinsam stellen sie sich den Widerständen der Zeit, um sich am Ende doch zu verlieren. Auf feinfühlige Art lässt uns Stefanie Schröder am Seelen- und Künstlerleben dieser beiden Menschen teilhaben.

Meine Meinung

Nachdem mir die Romanbiografie über Hildegard von Bingen so gut gefiel, freute ich mich auf die Lektüre einer weiteren Romanbiografie. Dieses Mal über Gabriele Münter. 

Ich muss dazusagen, dass ich mich so ziemlich gar nicht für Kunst interessiere und mir so weder ihr Name noch der Name Kandinsky etwas sagte. Ja, ich bin eine Kulturbanausin. Meine Interessen liegen einfach woanders. 

Für Geschichten über interessante Personen bin ich aber immer zu haben, egal, ob sie mir vorher bekannt sind oder nicht.

Und Gabriele Münter ist so eine interessante Person. Sie ging ihren Weg; in der Malerei. Als Künstlerin behauptete sie sich und kann sicherlich als Vorbild dienen.

Privat hingegen… Ich war etwas enttäuscht. Privat wurde eine Frau dargestellt, die nur in Abhängigkeit zu Männern existierte und auch eigentlich nur dann, wenn ein Mann in ihrem Leben war, künstlerisch ihr volles Potential entfaltete. Für mich keine starke Frau. Eine starke Künstlerin, aber keine starke Frau. Und um diese soll sich diese Reihe aus dem Herder Verlag ja eigentlich drehen.

Hinzu kommt, dass ihr Dasein in Deutschland zu Zeiten des zweiten Weltkrieges nur kurz und knapp behandelt wird. Ich habe nach der Lektüre keine Ahnung, wie genau sie eigentlich zu den Nazis stand. Waren sie ihr egal, solange sie sie zufrieden ließen? 

Der nützliche Anhang mit Zeitstrahl und einer Einordnung aller Personen, wie er bei der Romanbiografie zu Hildegard von Bingen zu finden war, fehlt hier leider auch gänzlich. Eine einheitliche Aufmachung wäre wünschenswert innerhalb der Reihe und hatte ich auch erwartet.

Statt einzelne ihrer Bilder zur Veranschaulichung des Stils gibt es schwarz-weiß Fotografien, die sie anfertigte. Auch gut, aber mir allein nicht ausreichend.

Alles in allem bleibt für mich persönlich ein fader Nachgeschmack. Vielleicht ist dieses Buch für jemanden, der sich mit der Kunst der genannten Personen selbst bereits auskennt höchst interessant, weil er darüber mehr erfährt; aber für mich, die etwas über den Menschen Gabriele Münter erfahren wollte, bleiben mehr Fragen offen als es vorher gab.

Eine Romanbiografie über Gabriele Münter von Stefanie Schröder, die sich sehr auf die Künstlerin fokussiert und den Menschen dahinter so leider nur unzureichend darstellt.

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