Walter Moers: Der Bücherdrache

"Der Bücherdrache" von Walter Moers lässt erahnen, wie sehr einen Zamonien in seinen Bann ziehen kann. Leider bleibt es nur bei dieser Ahnung.

[Rezensionsexemplar]

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Autor: Walter Moers

erschienen: März 2019

168 Seiten Geschichte & 19 Seiten Leseprobe

Preis: 20€*

Penguin Verlag

Buchrücken

In den Katakomben von Buchhaim erzählt man sich eine alte Geschichte vom sprachmächtigen Drachen Nathaviel. Angeblich besteht er aus lauter Büchern, die von der mysteriösen Kraft des Orms durchströmt sind. Die Legende besagt, der Bücherdrache habe auf jede Frage die richtige Antwort.

Der Buchling Hildegunst Zwei, benannt nach dem zamonischen Großschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, macht sich eines Tages auf den Weg in den Ormsumpf, wo Nathaviel hausen soll. Dabei wagt er sich in Bereiche der Katakomben, in denen es von Gefahren wie den heimtückischen Bücherjägern nur so wimmelt. Und er ahnt nicht, dass die größte Gefahr, die ihm droht, vom Bücherdrachen selber ausgeht.

Meine Meinung

Ich bin hin und her gerissen. Einerseits liebe ich die Romane aus Zamonien. Der Funke, der beim Lesen überspringt. Die Wortspiele, die einen in den Bann ziehen. Die Schachtelsätze, die so wunderbar klar sind. Die verrückten Situationen, die einem ganz normal vorkommen.

All das hat auch dieses Buch. Aber nicht so, wie ich es gewohnt war/bin und erwarte, wenn ich einen neuen Moers aufschlage.

Dieses Buch lebt und begeistert durch die Erinnerungen an seine Vorgänger. Als eigenständiges Werk kann es, glaube ich zumindest, nicht überzeugen. Allein die Länge ist ein Witz. Gerade einmal 168 Seiten, abzüglich Zeichnungen und Comic zu Beginn.

Die Leseprobe am Ende hat mich regelrecht wütend gemacht, denn sie gaukelt eine längere Geschichte vor, als tatsächlich vorhanden ist.

Wer noch keinen Moers gelesen hat: Nicht mit diesem Werk anfangen! Startet mit Rumo* oder Käpt’n Blaubär*, dort fließt das Orm nur so aus den Seiten (ihr werdet es verstehen, wenn sie euch in den Bann gezogen haben). Dieses Werk tarnt sich nur als Buch. Mehr als eine Fingerübung ist es nicht. Ein Lückenfüller. Eine Geschichte, die geschrieben werden musste, damit im Kopf des Autors mehr Platz ist für das nächste echte Buch.

So zumindest meine Hoffnung.

Wer Moers schon kennt und liebt: „Der Bücherdrache“ ist kurzweilig. Er macht Spaß. Aber er löst keine Begeisterung aus. Seht es als Überbrückung der Zeit zum nächsten Roman. Erwartet nicht zu viel, dann wird es euch gefallen.

"Der Bücherdrache" von Walter Moers lässt erahnen, wie sehr einen Zamonien in seinen Bann ziehen kann. Leider bleibt es nur bei dieser Ahnung.

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