Zeitreisen: Irgendwie doch möglich

Jeder von uns begibt sich manchmal auf Zeitreise. Gedanklich, nicht körperlich. Aber ehrlich gesagt: Körperliche Zeitreisen sind auch gar nicht erstrebenswert.

Ich bin ja der Meinung, dass jeder von uns auf Zeitreise gehen kann. Und die meisten tun es auch regelmäßig.

Nicht körperlich, aber gedanklich.

Zeitreise in die Vergangenheit

Die Erinnerungen an eine bestimmte Situation kann so wichtig für uns sein, dass wir wieder mitten drin stecken. Wir riechen, fühlen und schmecken dann genau das, was wir damals gerochen, gefühlt und geschmeckt haben.

Körperlich liegt man vielleicht im Bett und versucht einzuschlafen, aber gedanklich durchlebt man jede Peinlichkeit seiner Vergangenheit. Oder denkt an all die Momente, die man im Nachhinein als vertane Chancen ansieht.

So gesehen, sind Zeitreisen nichts erstrebenswertes. Diese Gedanken kosten einfach nur Kraft, machen schlechte Laune und halten einen vom Schlafen ab.

Anders wäre es, wenn man nicht nur gedanklich, sondern auch körperlich durch die Zeit reisen könnte. Wenn man seine Vergangenheit ändern könnte.

Klingt verlockend, oder?

Früher war das ein Traum von mir. Gezielt in die Vergangenheit reisen und all die Kleinigkeiten berichtigen, die meiner Meinung nach schief gelaufen sind. Dieses eine bestimmte Stolpern in der Grundschule, die ungeschickte Antwort, das verratene Geheimnis, die zeitweise Gleichgültigkeit oder die verschenkte Freundschaft.

Seit einigen Jahren, habe ich diesen Wunsch nicht mehr. Denn wäre auch nur eine Winzigkeit davon nicht so passiert, wie es nun mal passiert ist, wäre ich nicht die Person geworden, die ich jetzt bin. Ich hätte andere Freundschaften geschlossen, hätte ein anderes Studium begonnen und würde wahrscheinlich nicht jetzt hier sitzen und diesen Blogbeitrag tippen. Wahrscheinlich hätte ich das Bloggen nie angefangen.

Ich denke, eine bessere Messlatte für die persönliche Zufriedenheit kann es nicht geben. Wer seine Vergangenheit nicht ändern will, ist grundsätzlich glücklich mit dem Leben, das er führt. Es bedeutet ja nicht, dass man gar nichts ändern möchte am Ist-Zustand. Verbesserungen und Veränderungen kann man in der Gegenwart immer durchführen um die Zukunft zu verändern.

Zeitreisen in die Zukunft

Von der Zukunft träumen, sie sich in den buntesten Farben ausmalen und rumspinnen, was alles möglicherweise geschehen wird, ist eine Zeitreise.

Wieder eine gedankliche, keine körperliche, Reise in der Zeit.

Wer seinen Körper mitnehmen könnte auf diese Reise, der würde in die Zukunft blicken können. Würde wissen, wann was passiert. Wie sich einzelne Entscheidungen seines Lebens auswirken werden.

In der Theorie sehr praktisch. In der Praxis eher nicht.

Das eigene Leben würde, glaube ich, schnell langweilig werden. Oder man verfällt in den Optimierungswahn und prüft vor jeder Entscheidung, was die Konsequenzen sind. Risiken gäbe es dann nicht mehr. Aber wenn niemand mehr scheitert, gewinnt auch niemand so richtig.

Es braucht die Verlierermomente im Leben, damit man die Gewinnermomente richtig zu schätzen weiß. 

Jeder von uns begibt sich manchmal auf Zeitreise. Gedanklich, nicht körperlich. Aber ehrlich gesagt: Körperliche Zeitreisen sind auch gar nicht erstrebenswert.

Ihr seht, ich bin kein Fan des Konzepts von Zeitreisen. Also für die Realität. In Büchern und Serien finde ich Zeitreisen wunderbar. Sie bereichern so gut wie jede Geschichte.

Leseempfehlung zum Thema:

Noch mehr Lesestoff gibt es auf der Übersichtsseite zum Thema der Blogparade #bloggenkunterbunt.

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1 Kommentar
  • Liebe Lexa,
    du sprichst mir aus der Seele. In die Vergangenheit zu reisen, um kleine und große Peinlichkeiten zu ändern fand ich mal sehr lukrativ. Doch inzwischen bin ich auch an dem Punkt angekommen, dass ich es nicht mehr möchte. Alle meine Fehler und Umwege haben mich genau an diesen Punkt gebracht, an dem es mir gut geht. Ich möchte meine Gegenwart nicht missen und nehme dafür jeden Patzer der Vergangenheit mit Humor.
    Ich als Person bin die Summe meiner Erfahrungen und nur damit kann ich mein Leben so beschreiten, wie ich es möchte.

    Ich finde deinen Beitrag zur Zeitreise sehr gut. Er hat mich noch mal in meinem Denken bestätigt. Die Zeitreise in die Zukunft finde ich wenig lukrativ. Ich möchte gar nicht wissen was passiert. Ich erfahre es eh früh genug, wenn die Gegenwart die Zukunft eingeholt hat.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag
    LG Kerstin